
Liebe Leserinnen und liebe Leser!
„Zum frischen Wasser“ – könnte das nicht der Name eines Gasthauses sein, das am Rande eines
vielbegangenen Weges steht? Und wohin die Wanderer im schönsten Wiesengrunde durstig strömen und am Brunnen vor dem Tore den Biergarten bevölkern? Zum frischen Wasser, dabei denke ich aber auch an die Taufen in unseren Kirchen, an die mit grünen Blättern und Blumen umkränzten Taufsteine, in die dann das Wasser gegossen wird. Oder auch an die blutjungen und schon etwas älteren Täuflinge, die am 14. Juni sich in oder an der Mulde taufen lassen. Frisches, strömendes Wasser auch dort. Das Taufwasser ist etwas, das durchaus den Durst stillen will, nämlich den Durst nach Gott, nach dem Leben mit ihm und aus ihm. Ein Wasser, das auch dermaßen erfrischt, dass man danach getrost ausrufen kann: „Ich fühle mich wie neugeboren!“
In den alten Liturgien wird über das Taufwasser manchmal auch folgendes gesagt: „Das Wasser, mit dem wir jetzt taufen, erinnert an die Wasserfluten, von denen die Bibel erzählt: An die Sintflut, Gericht Gottes über die Bosheit der Welt; an das Schilfmeer, das die Verfolger verschlang und die Verfolgten frei ziehen ließ; an den Jordan, in den Johannes die Bußfertigen tauchte, auch Jesus von Nazareth, den Einzigen und Reinen, der sich zu den Sündern stellte. So führt Gott noch immer: durch die Taufe zum neuen Anfang unter dem geöffneten Himmel.“ Und ich ergänze noch: Es erinnert mich auch an den 23. Psalm, wo es heißt, dass der ewige Hirte mich zum frischen Wasser führt.
Ich wünsche Ihnen allen eine erfrischende Sommerzeit unter Gottes Segen!
Herzlich grüßt Sie
Ihr Pfarrer Friedemann Krumbiegel